Wettkampfbericht: Dreikönigslauf Schwäbisch Hall 2012 über 10 Kilometer

Zusammenfassung:

Am 06.01.2012 bin ich beim 27. Dreikönigslauf in Schwäbisch Hall an den Start gegangen. Zusammen mit 545 Läufer bin ich 10 Kilometer gelaufen. Es handelt sich bei dem Dreikönigslauf um einen Rundenkurs durch die Altstadt von Schwäbisch Hall über 2 Runden á 5 Kilometer.

Bei nicht nur optimalen sondern fast schon perfektem Laufwetter (6. Grad, kein Regen) mussten zu den 10 Kilometern Strecke auf noch 58 Höhenmeter (gut verteilt) bewältigt werden.

Nachem ich beim Benefizlauf in Bühlerzell knapp die magische 45:00 Minuten-Marke verfehlt hatte, sprengte ich heute förmlich meine „alte/neuste“ Bestzeit von 45:22 und kam nach 43:30 Minuten ins Ziel als Gesamt 123 und belegte in meiner Altersklasse den 26 Platz von 93.

Ausführlicher Bericht:

Vorfeld:

Eigentlich wollte ich mich noch im alten Jahr anmelden, um so ein Theater wie beim Lichterlauf in Rothenburg zu vermeiden, doch nach dem 29. Dezember 2011 war dies nicht mehr online möglich und persönlich am 04.01.2012 extra nach Schwäbisch Hall (ca. 1 Stunde entfernt) zu fahren, wollte ich mir nicht antun. Allerdings habe ich zu Weihnachten ein ChampionChip geschenkt bekommen, sodass die Problematik mit fehlenden Zeitmessungschips wohl nicht auf mich zukommen konnte.

Anreise:

Nach einer mäßig erholensamen Nacht (3x aufgestanden) – das Thema persönliche Bestzeit verfolgte mich sogar im Schlag, sind wir um 08:30 Uhr zu Freunden zum Frühstücken gefahren. Bereits jetzt musste alles gepackt und verpackt sein. Das klappte aber sehr gut und auch von unseren Freunden kamen wir rechtzeitig los, sodass wir (meine Frau, mein Sohn, mein Hund und ich) es Ausnahmsweise einmal geschafft ohne Hektik, sehr pünktlich an der Hagenbachhalle zur Nachmeldung einzutreffen. Wir kamen um 11:50 Uhr am Parkplatz der Hagenbachhalle an. Sofort ging ich zum Nachmelden alleine in die Halle, denn mein Sohn hatte noch geschlafen. Die Nachmeldung ging sehr zügig von Statten, da ausreichend Helfer vor Ort waren. Als ich um 12:00 Uhr zurück am Parkplatz war, stellte sich heraus, dass wir keine Minute zu spät angekommen sind, denn der Parkplatz war inzwischen gerammelt voll.

Auf dem Weg zum Auto zurück, traf ich noch Reinhard Joas, der dankenderweise eine Kopie eines Zeitungsberichts vom Lichterlauf in Rothenburg gab. Auf dem Bild der Zeitzungsberichts war ich zu sehen. Leider kann ich ihn aus Urheberrechtsgründen hier nicht veröffentlichen.

Es waren noch 1,5 Stunden bis zum Start, deshalb sind wir im leichten Regen noch unseren Hund Amonty Gassi gegangen. Schließlich konnten und wollten wir ihn nicht mit zum Lauf nehmen und er musste so leider 2 Stunden im Auto warten.

Etwa um 12:30 Uhr nutzten wir dann den kostenlosen Schuttleservice zum ca. 2 Kilometer entfernten Wettkampfort in der Innenstadt an der St. Michaels Kirche.

Direkt vor dem Lauf:

Am Wettkampfort eingetroffen, hörten wir bereits von weitem die Stimmung und die Musik. Der Schülerlauf/Bambinilauf war gerade im Gange. Gerne hätte ich mir diesem mit meinem Sohn Lorenz angesehen, aber bereits jetzt war kein durchkommen mehr. So suchten wir bis um 13:00 Uhr nach einem geeigneten Platz für meine Frau und meinen Sohn später. Zwischendrin hatte ich das dringende Bedürfnis mich nochmals zu entleeren und fragte das Rote-Kreuz wo denn die nächste Toilette aufzufinden sei. Glücklicherweise, waren die öffentlichen Toilette im Rathauskeller sehr sauber, da ich nicht nur meine Blase dringend entleeren musste.

Um 13:00 Uhr begang ich mich locker warm zu laufen. Trotz sehr mäßigem Tempo gelang es mir nicht mich unter einem Puls von 140 warmzulaufen. Vielleicht lag es daran, dass ich das Zwiebelprinzip etwas übertrieben hatte. Ich hatte zum warmlaufen unten herum meine Runnerspoint Tight und eine Trainingshose und oben herum ein langes Laufshirt, Trainingsjacke, und eine Winterlaufjacke an. Schnell wurde mir so warm, dass ich zurück zu meiner Frau lief um zumindest die Jacke und die Trainingshose auszuziehen und ohne weiter warmzulaufen. Aber auch so gelang es mir nicht meinen Puls unter 140 zu bringen. Langsamer laufen ging nicht, sonst müsste ich gehen. Naja ich lief einfach ein bisschen weiter und wunderte mich wieder einmal über das warmlaufen der Anderen, bis zum Sprint war alles dabei. Irgendwann verstehe bestimmt auch ich den Sinn dahinter.

Der Lauf:

Bisher war organisatorisch alles für mein Empfinden perfekt organisiert. Es wurde nochmals die Strecke erklärt und Hinweise auf gefährliche Passagen oder Punkte an der Strecke gegeben. Richtig finde ich auch, dass die Läufer über 5 Kilometer erst 5 Minuten nach dem Hauptlauf starten, um das Gedränge am Start zumindest etwas zu reduzieren.

Um Punkt 13:30 wurde der Countdown heruntergezählt. Ich hatte mich zu diesem Zeitpunkt bereits im ersten Drittel platziert und meine neue Garmin Forerunner 305 auf Training über 10 Kilometer, 45:00 Minuten und somit Pace 4:30 eingestellt.

Nach dem Startschuss, dauerte es ganze 12 Sekunden, bis ich die Startlinie überqueren konnte. Es war eng und die ersten 200 Meter auch nur ein joggen möglich. Es dauerte etwa einen halben Kilometer bis alle Läufer Ihren Platz gefunden hatten. Die Altstadt hatte Anfangs etwas von einem Hindernislauf. Man hat aufgrund der Menschenmassen 3-4 Meter weit sehen können und dann tauchen wie aus dem Nichts Engstellen aufgrund Häuserrenovierungen, Betonpfeiler Mitten im Weg, Betonblumenkästen in allen Größen am Rand und Metallstangen auf. Es wurde das ein oder andere Mal schon etwas knapp.

Die Strecke – Quelle: www.3koenigslauf.de

Der erste Kilometer lief sich wie von selbst. Ich dachte die ganze Zeit, du bist doch viel zu langsam unterwegs und blickte immer wieder auf die Paceanzeige meiner Garmin Forerunner 305. Doch die sagte, es läuft sehr gut (Pace 4:17). Am Ende von Kilometer 1 überholt mich dann auf der Strecke ein Läufer in Jeanshose und Sweatshirt. Ich dachte mir gleich, dich hole ich sowieso ein. Nach diesem Überholvorgang sollte mich bis zum Ende der 10 Kilometer kein Läufer mehr überholen. Nun sind auch die engen Innenstadtgassen passé.

In Kilometer 2 lief ich genauso weiter, denn es lief sich weiterhin gut (Pace 4:19). Es lief erst am Kocher (Fluss) entlang, darüber, wieder entlang und wieder darüber. Der erste Übergang war eine Holzbrücke. Durch die Läufer vor mir, war das Holz nass und leicht rutschig. Der zweite Übergang war dann eine breite Steinbrücke, zu der man einen kleine Anstieg hinauf laufen musste. Von kleinen Anstiegen lasse ich mich nicht beeindrucken und laufe aus Prinzip und weil es Spaß macht diese Anstiege mindestens im gleichen Tempo. Als Schmankerl darf ich dann immer ein oder zwei Läufer überholen.

Kilometer 3 lief man durch den Stadtpark Ackeranlagen mit 3 Brücken, die aber alle einfach zu passieren waren. Ich entschied mich aber, da ich merkte, dass es nun nicht mehr ganz so leicht läuft, dass Tempo auf die Vorgabe meiner Garmin Forerunner 305 zu reduzieren (Pace 4:27). Immer wieder überholte ich trotzdem Läufer, es waren ja auch genug auf der Strecke, sozusagen Teil 2 des Hindernisparkours.

Kilometer 4 lief bis zum Wendepunkt an der Markthalle/Festplatz weiter auf Schotterwegen, danach wechselten sich Schotterwege, mit schmalen Aspahlt- und Kopfsteinplasterwegen ab. Am Ende des Kilomterabschnitts war noch eine Holzbrücke, die auch nass war. Hier bin ich in der Mitte der Brücke (Eckenbrücke) und am Ausgang ausgerutscht. Beim ersten Ausrutscher bin ich nur leicht gegen einen Holzpfeiler gestoßen und am Ausgang gegen einen Läufer, der durch mich fast gestürzt wäre. Natürlich habe ich mich gleich beim ihm entschuldigt.  Hier wäre eine Warnung seitens des Veranstalters nicht verkehrt gewesen oder man hätte Gummimatten an diesen Stellen auslegen können. Das Tempo von Kilometer 3 hielt ich bei (Pace 4:26).

Kilometer 5 lief man auf Aspahltwegen nochmals am Rand des Stadtparks Ackeranlagen entlang, bevor es eine knackige Steigung rechts abführt in die Altstadt zurück. Klar habe ich wieder das Tempo angezogen, auf Vorderfußlauf umgestellt und bin an 5 Läufern fast im Flug vorbeigezogen bis ich das Tempo rausnehmen musste, da der Weg durch 3 nebeneinander trabende Läufer blockiert wurde. Das hat mich in dem Moment sehr geärgert. Aber es waren ohnehin nur noch 10 Meter bis oben. Oben angekommen, war natürlich erstmal ein bisschen platt und erholen war angesagt, sodass ich das Tempo leicht, bis zur ersten überqueren der Ziellinie (Pace 4:31), reduzieren musste .

Die erste Runde war geschafft. Nun schnell noch meiner Frau und meinem Sohn zu gewinkt und bejubeln lassen und den 6. Kilometer in Angriff genommen. Die Strecke ging leicht bergab und vom Jubel meiner Familie beflügelt, lief ich den Kilometer mit einer Pace von 4:06 (Min/Km).

Genau an dem Punkt als mit der Läufer mit Jeans und Sweatshirt überholt hat, taucht er plötzlich wieder vor mir auf. Eigentlich hatte ich ihn schon vergessen, aber dennoch mit mit höchstem Genuß überholt. Ich glaube er hat mich auch wieder erkannt, denn er zog das Tempo an und blieb mir bis Ende Kilometer 7 auf den Fersen (Pace 4:13).  Am Ende von Kilometer 7 ist eine kleine Passage auf einer nur am Rand gesperrten Straße zu laufen. Für mich ist absolut unverständlich, warum der Läufer vor mir, trotz reichlichen Platzes innerhalb der Absperrung, außerhalb der Absperrung lief, bei fließendem Verkehr. Er hätte nur stolpern müssen und schon wäre er unter einem Auto gelegen. Merkwürdig fand ich auch, dass von dem Streckenposten keine Aufforderung kam innerhalb der Absperrung zu bleiben.

Es ging weiter mit Kilometer 8. Nun merkte ich erstmals, dass meine Kondition anfängt zu schwächeln. Ich reduziere das Tempo auf eine Pace von 4:27 um für die letzten 2 Kilometer noch kraft zu haben.

Nun lag bereits über 3/4 der Strecke hinter mir und es sind nur noch 2 Kilometer zu laufen. So versuchte ich den Kraftverlust in Beinen und Lunge zu kompensieren und mich zu motivieren. Leider mit nur befriedigendem Erfolg (Pace 4:24). Kilometer 9 war auch der Abschnitt mit der Holzeckbrücke. Doch diesesmal habe ich in der Mitte und am Ende der Brücke das Tempo sicherheitshalber rausgenommen. Schließlich bin ich ja auf Bestzeitkurs und das will ich nicht gefährden.

Quelle: www.3koenigslauf.de, genehmigt durch Hannes Schray

Der letzte Kilometer steht an. Gleich zu Beginn, überhole ich noch eine Läuferin, die bereits 1,5 Kilometer vor mir läuft und erhöhe das Tempo etwas. Es ging erstmal wieder die knackige Steigung zur Unterlimpurger Straße in die Altstadt hinauf. Die Stimmung ist bombastisch an dieser Stelle, dass ich mich mitreisen lassen habe und wieder zu einem kleinen Bergsprint ansetze. Dieses Mal war die Steigung nicht so überfüllt und ich konnte schön am 5 Läufern vorbei schießen. Es war echt geil, wie mich die Zuschauer anfeuerten. Da freut es mich, dass ich mit meinen kleinen Sprint etwas für die Augen geboten habe (ich hoffe das klingt jetzt nicht so selbstverliebt).

In der Altstadt oben angekommen, bin ich total außer Atem. Ich kämpfe um das Tempo zu halten und stecke alle Pläne für einen fulminaten Schlussspurt zurück in die Schublade. Es fühlt sich an als ob ich immer langsamer werde, aber überholt wurde ich nicht. Die Anfeuerungsversuche der Zuschauer nützen nichts, ich kann nicht mehr. Noch 200 Meter bis zum Ziel. Ich rede mir ein, dass jetzt wieder schneller gelaufen werden muss und erhöhe leicht das Tempo. Ein nervöser Läufer nimmt das als Aufforderung zum Duell und zieht das Tempo auch an. Insgeheim denke ich mir, oh nein, jetzt musst doch nochmal alles geben und sprinte los. Das Duell war schnell gewonnen auf den verbliebenen letzten 100 Metern holte ich 20 Meter Vorsprung raus (Pace auf dem letzten 200 Metern 2:43) und mache einen Luftsprung im Ziel (Pace 4:05 für letzten letzten Kilometer). Ich wusste meine Bestzeit ist mit 43:30 Minuten um über 2 Minuten besser als die Alte von vor einem Monat und damit pulverisiert.

Fazit:

Es war ein toller Lauf. Das Wetter passte, die Strecke passte, die Stimmung war bombastisch, die Organisation fast perfekt und die Endzeit mit 43:30 Minuten war auch gigantisch. Sogar meine Familie hatte Ihren Spass. Mein Sohn Lorenz war besonders von den Cheerleadern angetan und rannte ständig hin und her. Es kamen dann auch Kommentare, dass er bestimmt später auch Läufer werden würde, so wie er jetzt schon rum renne.

Natürlich werde ich nächste Jahr den Dreiköniglauf in Schwäbisch Hall wieder laufen.

Sport frei!

Thomas

 

Weitere Bilder:

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Siehe auch:

7 Gedanken zu „Wettkampfbericht: Dreikönigslauf Schwäbisch Hall 2012 über 10 Kilometer“

  1. Hallo, Thomas,

    Mit großer Spannung habe ich mich auf Deinen Laufbericht gefreut und wurde nicht enttäuscht. 🙂 Herzlichen Glückwunsch zu dieser phänomenalen Bestzeit. 43:30, das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Ich habe zwar mit einer sub45 gerechnet, aber nachmal 1:30 drunter, wow. Ich freue mich total für Dich. Die Bedingungen waren, so wie du es beschrieben hast, aber auch perfekt. Da muss auch neue PB raus kommen. Du hast aber gar ncihts zu deinem Puls geschrieben. Bist du die ganze Zeit am Limit gelaufen, d.h. Puls jeneits der 180er Marke?

    Ich denke, das 10km Thema ist ernmal abgehakt, oder. Diese Zeit topt man nicht so schnell wieder. Nächste Zielsetzung: HM in ?

    Grüße
    RON

    1. Danke RON! Hätte nicht gedacht, dass du heute noch meinen Bericht liest…

      Du hast recht, ich habe wirklich nichts vom Puls geschrieben. Ich habe auch während des Rennens auch nicht auf meinen Puls gesehen, sondern bin nur nach Pace gelaufen. Aber vom Puls her wäre mehr drin gewesen. Durchschnittlich bin ich auf 165 BPM, also 89% gelaufen. Laut Aussage von Dr. Matthias Marquardt werden 10 Kilometer mit einem Puls von 92-95% gelaufen. Also müsste noch Potential vorhanden sein.

      Die 10 Kilometer sind aufgrund des guten Ergebnisses erst recht nicht passé. Ich werde bis März einen Trainingsplan für Sub40 in Angriff nehmen. Ich sehe ja die ersten Wochen, wie es damit klappt. Erst ab März beginne ich mit Halbmarathon/Marathon.

      Sport frei!
      Thomas

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