Hockenheimringlauf – Mit einem Paukenschlag zurück gemeldet!

DSC_0297Seit 2 Wochen bin ich wieder im Lauftraing bzw. auf dem Weg zum regulären Training. Mein längster Lauf war erst am Dienstag mit 12km (im Rahmen vom Intervalltraining mit Ein- und Auslaufen) noch recht kurz. Wenn ich wieder auf 100% bin, dann ist der normale Dauerlauf 18km. Alle anderen Einheiten sind dann länger oder anstrengender (Intervalle).

Obwohl ich erst so kurz im Training bin, haben die letzten Trainingseinheiten gezeigt, dass ich von den Pulswerten her, wieder auf alten Niveau laufe. Deshalb habe ich mich entschlossen, beim Hockenheimringlauf über 5 Kilometer einen Angriff auf die Bestzeit vorzunehmen. Zwar erwartete ich ein Eingehen, ähnlich wie in München, auf der zweite Hälfte, doch einen Versuch ist es wert, dachte ich.

Sehr komfortabel war die Anreise, denn ich musste lediglich zu meinem Trainer zum Rappenhof (5km) fahren und er kutschierte die 5-köpfige Abordnung unserer Region bestehend aus den 3 Hellers (Franz-Josef, Tobias und Theresa) und meiner Wenigkeit für den TSV Dinkelsbühl sowie Jörg Behrendt in den Farben des TSV Ansbaches.

Es hieß zwar um kurz vor 5:00 Uhr aufstehen, doch entspannter bin ich selten zu einem Lauf gekommen. Ich nutzte die Fahrzeit im Auto um am Blog zu schreiben. Aber keine Angst, der Bericht hier ist kein Vorgefertigter von der Stange, wie meine Mitfahrer munkelten 😉

DSC_0294Wir waren ca. 1 Stunde von dem Start am Hockenheimring und konnten quasi vor der Halle parken, in der die ganze Infrastruktur des Laufes untergebracht war. Es ging wirklich alles reibungslos, zumal auch noch fast nichts los war. Die ganzen Helfer standen sich quasi die Beine in den Bauch, zumindest noch. Uns war das nur recht, denn so konnten wir auch noch einen ausgiebigen Besuch der kleinen Läufermesse abstatten. Dort kaufte sich zu Tobi Heller neue Wettkampfschuhe für den heutigen Tag. Übrigens die Preise konnten gut mit dem Internethandel mithalten. Wer also seine Laufschuhe und -Bekleidung gerne vorher anprobiert, dem kann ich nur Läufermessen ans Herz legen.

DSC_0291Das Wetter war mit 6°C und Windstille einen Tick zu kühl, man kann aber trotzdem von optimalen Bedingungen sprechen. Ich entschied mich deshalb dafür mit Armlingen zu laufen und unter dem Trikot noch ein Shirt zu tragen. Übrigens sollte der Lauf mein erster Wettkampf ohne Kompressionssocken werden.

Bei der Aufstellung in den Startblock haben wir uns aufgrund, wie bei den vorderen Läufern üblich, von vorne rein gedrückt. Einige weniger erfahrene Läufer und angehende Läufer (Jugendliche und Kinder) waren mit dieser üblichen Verfahrensweise nicht betraut und meckerten oder drängelten sich wieder vor. Für mich und die noch schnelleren Läufer sind dann diese Läufer eine echte Behinderung direkt nach dem Start. Aber dazu muss ich mal einen separaten Blogbeitrag verfassen.

runnersworldWie erwartet und eigentlich schon fast üblich gingen es alle viel zu schnell an. Es herrscht einfach Angst im Pulk verloren zu gehen und dementsprechend wird auf den ersten Meter fast schon gesprintet.

Meinem Trainer Franz-Josef vom TSV habe ich gesagt, dass ich die Sub 18:00 angreifen will und ich wusste, dass Franz-Josef Pacemaker für seinen Sohn macht, der heute das erste Mal versucht die 19:00 Schallmauer zu durchstoßen. Etwas überrascht war ich dann, als nach über 500 Meter mit einer durchschnittlichen Pace von 3:25 Franz-Josef auf mich auflief.

Ich wusste es war viel zu schnell, lief aber das Tempo mit Franz-Josef weiter. Nach dem ersten Kilometer merkte ich leider nicht sofort, dass Franz-Josef das Tempo weiter reduzierte und ich plötzlich eine 3:50 Pace auf meiner Uhr stehen hatte. Sofort nahm ich wieder Tempo auf und schloss weiter vorn auf.

hockenheimringlauf13_a_64_Auf dem 2. Kilometer, den ich am Ende noch mit einer 3:34 beenden konnte, holte ich etwa 10 Läufer ein.

Nachdem ich auch den dritten Kilometer das Tempo auf 3:33 halten konnte, wusste ich, dass die Bestzeit in Reichweite ist. Der Puls ging nochmals etwas rauf, aber ich konnte das Tempo und die Intensität aushalten.

Der vorletzte Kilometer ist für mich immer der schwerste Kilometer. Man ist schon ziemlich am Ende der Kräfte und das Ende ist nicht in sicht. Doch seit Kilometer 3 läuft direkt vor mir ein junger Läufer, welcher starke Probleme hatte ein konstant hohes Tempo zu halten. Immer wieder schloss ich bis zu ihm auf, dann gab er wieder etwas Gas und das Spiel began von vorne. Ich dachte mir, der ist gleich platt und versuchte es immer wieder. Es gelang mir bis zum Schluss nicht, aber dadurch war der 4. Kilometer mit einer 3:31 Pace überraschend stark.

hockenheimringlauf13_b_51_Als der letzte Kilometer eingeleutet wurde, war ich total happy, denn ich wusste, dass ich mir die Sub 18:00 nicht mehr nehmen lassen werde. Sofort erhöhte der junge Läufer vor mir das Tempo und ich ging mit. 3 lange Kurven waren zu laufen und dann liefen wir schon auf der Zielgerade. Das Tempo war schon verdammt hoch, doch Power für einen Endspurt habe ich immer.

Ca. 200 Meter vor dem Ziel setzte ich zum Endspurt an. Ziemlich schnell laufe ich auf den jungen Läufer vor mir auf und ziehe an ihm vorbei. Das lies er natürlich nicht auf sich sitzen und setzte ebenfalls zum Endspurt an. Mir war vorher bereits klar, ein direktes Duell würde ich verlieren und so kam es auch. Am Ende hatte er 1 Sekunde Vorsprung, doch das war mir egal, denn ich hatte mein Traumziel die 18:00 Schallmauer mit einer Zeit von 17:43 Min durchbrochen.

DSC_0301Die Traumzeit heute, war für mich mehr als nur eine neue Bestzeit und ein weiterer Durchbruch einer Schallmauer. Nein, vielmehr war es für mich das langersehnte Comeback. Endlich wieder ambitioniertes Laufen. Es geht bergauf und das gerade ganz steil.

Scheinbar habe ich mit dem Rennradfahren, meine Ausdauer und Schnelligkeit gut konservieren können. Vielleicht habe ich sogar meine Grundausdauer deutlich verbessert…

Tobi Heller konnte übrigens auch sein Ziel erreichen und durchbrach mit 18:43 die 19er Schallmauer und hat damit einen neuen Vereinsrekord der M14 inne. Gemeinsam mit Jörg Behrendt feierten wir dann unsere Bestzeiten bzw. einen gelungenen Lauf an Allerheiligen.

Eines ist jetzt schon klar. Nächstes Jahr laufe ich wieder am Hockenheimring und dann hoffentlich die 10km. Einen besseren Kurs für Bestzeiten kann ich mir nicht vorstellen. Es passt einfach alles, absolut flacher Kurs, breite Laufwege, viele starke Läufer zum Ziehen und ein gute Organisation samt Infrastruktur. Einfach Top.

Sport frei!
Thomas

 

Siehe auch:

8 Gedanken zu „Hockenheimringlauf – Mit einem Paukenschlag zurück gemeldet!“

  1. Wow, eine gigantische Zeit und ein toller Bericht! Die Strecke ist super, wenn auch etwas windanfällig. Aber davon spürte ich dieses Jahr nichts. Und nächstes Jahr soll es angeblich eine Zeitmessung per Chip geben. Ich werde dann auch wieder am Start sein und vor mich darfst Du Dich ruhig stellen. Ich mecker nicht. 😉

    1. Danke Christian. Ich habe deine und die anderen Kommentare auf Facebook bezüglich der fehlerhaften Zeitnahme gelesen. Stau vor der Ziellinie geht natürlich gar nicht! Ich konnte es aber selbdt nicht nachvollziehen, denn bei mir war im Ziel noch wenig los und heile Welt. Allerdings wäre mir eine Chipmessung auch lieber, zumal man dann den Punkt der Messung genau an den Bodenmatten erkennen kann. Beim Hockenheimringlauf war für mich der Zeitpunkt der Zeitnahme nicht zu erkennen.

      1. Meine Zeit stimmt und ich musste zum Glück nicht warten. Das Chaos kam kurz nach mir, weil dann die Massen kamen und zunächst nur ein Kanal offen war. Der Veranstalter hat sich auf der Homepage entschuldigt und hat eine Chip-Messung für nächstes Jahr angekündigt. Dafür zahle ich dann auch gerne 1-2 Euro mehr, denn amtlich vermessene 5km- bzw. 10km-Läufe mit Chip-Messung findet man nur selten. Und wenn man auf Bestzeit aus ist, dann bietet sich dieser Lauf einfach an.

        1. Also ich war ohnehin überrascht, dass es keine Chipmessung gab, denn ich habe bisher keine großen Läufe ohne ChampionChip- oder Einwegchip-Messung gesehen. Jetzt weis ich auch warum…

Kommentar verfassen